Heimatverein


  der Börde Sittensen e.V.

Aktuelles

Wer möchte Bude oder Stand?

Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt in Sittensen

 

Obwohl der Herbst gerade erst begonnen hat laufen beim Heimatverein der Börde Sittensen e.V. bereits die Vorbereitungen für die Organisation des traditionellen Weihnachtsmarktes an. Dieser findet am ersten Adventswochenende 28. und 29. November 2026 statt. So werden schon jetzt Buden und Standbetreiber gesucht.

Die beliebten Buden mit ständig wechselnden Angeboten sind auch in diesem Jahr wieder ein fester Bestandteil des Sittenser Marktgeschehens. Es handelt sich dabei um Buden mit Stromanschluss, die Vereine und Verbände, Kindergärten und Schulen sowie Privatpersonen an dem Wochenende mit weihnachtlichen Angeboten bestücken und beleben können.

Ob der Verkauf von eigenem Kunsthandwerk, wie Gestricktes oder Gebasteltes, Adventskränze und weihnachtliche Gestecke, Schmuck, Dekoartikel oder Pflegeprodukte, aber auch Feinkost, Waffeln und Gebäck – auf dem Sittenser Weihnachtsmarkt ist Vieles möglich.

Einige Buden zwischen Wassermühle und Schmiede und auch Stellplätze in der Schmiede und in der Mühle sind noch frei. Wer Interesse hat in einer Bude oder mit einem Verkaufsstand dabei zu sein, melde sich bitte kurzfristig bei Hildegard Hollmann: E-Mail: Hildegard.Hollmann@heimatverein-sittensen.de oder Mobil unter: 0157-52413561.


Mit dem Heimatverein unterwegs: Stadtführung, Schlossbesichtigung und Seerundfahrt in Eutin


Kaiserliches Wetter, interessante Geschichten, gutes Essen und eine gemütliche Seefahrt – der Tagesausflug des Heimatvereins der Börde Sittensen nach Eutin hatte alles zu bieten, was einen gelungenen Ausflug ausmacht.

Pünktlich um 8 Uhr startete die Reisegruppe am Sonntagmorgen mit dem Kaiserbus vor der Ostetalschule KGS Sittensen in Richtung Holsteinische Schweiz. Die Straßen waren an diesem Morgen erfreulich frei, sodass Eutin schneller als erwartet erreicht wurde. Die gewonnene Zeit wurde kurzerhand für das genutzt, was bei einem Ausflug des Heimatvereins nicht fehlen darf: einen ausgiebigen Klönschnack.

Anschließend warteten bereits zwei Ortsführerinnen darauf, den Sittenser Gästen ihre Stadt zu zeigen. Eine davon sorgte gleich für eine besondere Überraschung: Gisela Sachs, geborene Seedorf, hat ihre Wurzeln in Sittensen. So gab es neben den vielen interessanten Geschichten über Eutin auch gleich eine persönliche Verbindung zur Heimat.

Beim Rundgang durch die historische Altstadt erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Wissenswertes über die Stadt, ihre Geschichte und ihre Sehenswürdigkeiten. Manches bekannte Gebäude sahen die Ausflügler nach den Erklärungen der Stadtführerin plötzlich mit ganz anderen Augen. Schnell wurde deutlich: Eutin hat weit mehr zu erzählen, als man bei einem ersten Spaziergang vermuten würde.

Nach dem informativen Vormittag durfte natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Im Eutiner Brauhaus wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. Bevor die Speisekarten studiert wurden, gab eine Mitarbeiterin noch eine kleine Einführung in die Vielfalt der angebotenen Biere. Danach konnte sich jeder nach Herzenslust stärken – und das Mittagessen fand bei allen großen Anklang.

Gut gestärkt ging es am Nachmittag weiter zum Eutiner Schloss. Bei einer Führung tauchte die Reisegruppe noch einmal tief in die Geschichte der Stadt ein und konnte die prachtvollen Räume und die besondere Atmosphäre des Schlosses kennenlernen.

Danach hieß es: nur noch ein kurzer Spaziergang bis zum Wasser. Am Eutiner See wartete bereits die „Freischütz“ auf die Ausflügler. Nun durfte einfach einmal zurückgelehnt und genossen werden. Bei der Seerundfahrt zeigte sich die Landschaft der Holsteinischen Schweiz von ihrer besonders schönen Seite. Dazu gab es Kaffee satt und ein Stück Kuchen – die perfekte Gelegenheit, die Erlebnisse des Tages bei netten Gesprächen noch einmal Revue passieren zu lassen.

Während die Hinfahrt fast schon verdächtig reibungslos verlaufen war, bekam die Reisegruppe auf der Rückfahrt dann doch noch die obligatorischen Staus zu spüren. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Im Bus wurde weiter erzählt, gelacht und der abwechslungsreiche Tag gemeinsam ausklingen gelassen.

Am Ende waren sich alle einig: Dieser Ausflug hatte sich gelohnt. Eutin, das Schloss, die Fahrt auf dem See, viele neue Eindrücke und nicht zuletzt die Geselligkeit untereinander machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis.

Und genau das macht die Ausflüge des Heimatvereins aus: Man muss kein ausgewiesener Kenner der Heimatgeschichte sein und auch nicht unbedingt Mitglied sein. Wer gerne gemeinsam unterwegs ist, interessante Orte entdeckt, Neues erfährt und dabei nette Gesellschaft und eine ordentliche Portion Geselligkeit schätzt, ist bei den Fahrten des Heimatvereins herzlich willkommen.

Nach dem gelungenen Ausflug nach Eutin darf man deshalb schon gespannt sein, wohin die nächste gemeinsame Reise führt.


Backen wie vor 100 Jahren: Ferienaktion des Heimatvereins begeistert 25 Kinder

 

Der Duft von frisch gebackenem Brot und Kuchen lag am Dienstag über dem Heimathaus in Sittensen. Zur traditionellen Ferienaktion „Backen im Heimathaus“ des Heimatvereins kamen 25 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und erlebten einen Ferientag, wie er früher ganz selbstverständlich gewesen wäre.

Unter der Leitung von Birgit Hauschild-Dreyer, Regina Suhr und Hans-Joachim Illmers sowie der Unterstützung von insgesamt zehn ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern stellten die Kinder ihre Brote und Kuchen selbst her. Mitgebrachte Rührschüsseln wurden gefüllt, Teige sorgfältig angerührt, geknetet und geformt. Die Zutaten standen bereit, während die Helfer erklärten, wie früher ohne moderne Küchengeräte gebacken wurde.

Ein besonderer Höhepunkt war für viele Kinder das Ablecken der Rührlöffel. Der rohe Kuchenteig schmeckte mindestens genauso gut wie das fertige Gebäck – entsprechend groß war die Vorfreude auf die Backergebnisse.

Damit der historische Steinbackofen die richtige Temperatur erreichte, hatte Hans-Joachim „Hajo“ Illmers ihn bereits mehrere Stunden vor Beginn angeheizt. Trotz der sommerlichen Hitze überwachte er den gesamten Backvorgang und kontrollierte mit geübtem Blick und einem kleinen Holzstäbchen, wann Brote und Kuchen fertig waren.

Während die Backwaren im Ofen waren, wurde das Gelände rund um das Heimathaus zur Spielwiese. Beim Weitwurf, Zielwerfen, Frisbee, „Bäumchen, wechsel dich“ und Schlauchlaufen konnten sich die Kinder austoben. Als die sommerlichen Temperaturen zur Mittagszeit weiter stiegen, zog es viele in das angenehm kühle Heimathaus. Dort sorgte eine spontan organisierte Bingo-Runde mit kleinen Süßigkeitenpreisen für viel Freude und zahlreiche lachende Gesichter.

Am Ende des Nachmittags hielten alle Kinder stolz ihre selbst gebackenen Brote und Kuchen in den Händen. Für viele war es nicht nur ein leckeres Mitbringsel für die Familie, sondern auch eine besondere Erfahrung: einen Tag lang zu erleben, wie vor rund 100 Jahren gebacken wurde.

Seit vielen Jahren gehört das Backen im historischen Steinbackofen zu den beliebtesten Ferienaktionen des Heimatvereins Sittensen. Auch in diesem Jahr zeigte sich wieder, dass traditionelles Handwerk, gemeinsames Erleben und jede Menge Spaß bestens zusammenpassen.

 

Neue Gesichter, neue Ziele
Heimatverein radelt zum historischen Eisenbahnviaduk
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Die Fahrradgruppe des Heimatvereins der Börde Sittensen wurde vor neun Jahren mit dem Ziel gegründet, die nähere Umgebung auf zwei Rädern besser kennenzulernen. Bis heute gilt dabei ein bewährtes Prinzip: Jeder Mitradler kann Vorschläge für das nächste Tourenziel machen. Und wenn neue Teilnehmer zur Gruppe stoßen, bringen sie oft auch neue Ideen mit.
So war es auch bei der vergangenen Mittwochsfahrt. Der neue Mitradler Christian Eickhoff, der aus dem Bereich Heidenau/Hollenstedt stammt und dort bestens ortskundig ist, schlug eine Tour nach Staersbeck in der Samtgemeinde Hollenstedt vor. Ziel war das historische Eisenbahnviadukt über den Staersbach.
Vor Ort erfuhren die Radler Wissenswertes über das eindrucksvolle Bauwerk. Das Viadukt gehörte einst zur ehemaligen Eisenbahnstrecke Buchholz–Bremervörde und überspannt den Staersbach. Heute erinnert die stillgelegte Brücke an die regionale Eisenbahngeschichte und ist ein interessantes Ausflugsziel für Natur- und Geschichtsinteressierte. Die Bahnstrecke Buchholz–Bremervörde wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und prägte über viele Jahrzehnte die Entwicklung der Region.
Die Tour zeigte einmal mehr, wie bereichernd neue Gesichter für die Fahrradgruppe sind. Dank der Ortskenntnisse von Christian Eickhoff lernten die Teilnehmer ein weiteres interessantes Stück Heimatgeschichte kennen – ganz im Sinne des Heimatvereins: gemeinsam unterwegs sein, Neues entdecken und die Region aus einer anderen Perspektive erleben.


Heimatverein lädt zum Entdecken ein:

Schaukästen in der Börde Sittensen erstrahlen in neuem Glanz

 

Die sieben Schaukästen des Heimatvereins in der Börde Sittensen präsentieren sich wieder in bestem Zustand und laden Einheimische wie Gäste zum Entdecken ein. In den vergangenen Wochen wurden die Informationskästen umfassend repariert, neu gestrichen und teilweise mit aktualisierten Texten versehen.

Für die Arbeiten sorgte ein eingespieltes Team aus Hans-Wilhelm Eckhoff, Erich Kaddatz und Erwin Bachmann. Mit viel Einsatz wurden die Holzteile geschliffen, gereinigt und frisch gestrichen – das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schaukästen erstrahlen wieder in neuem Glanz. Auch die Inhalte wurden überarbeitet. Die Fachabteilung „Chronik und Schrifttum“ unter der Leitung von Esther Meyer-Biemold hat zahlreiche Texte aktualisiert und ergänzt. Zudem wurden die Scheiben gründlich gereinigt, sodass die Informationen wieder gut lesbar präsentiert werden.

Die Schaukästen befinden sich an geschichtlich interessanten Orten in der Region: am Schafstall im Häsen bei Klein Sittensen, am Opfersteg bei der Kirche in Sittensen, an der Ausgrabung an der Autobahn bei Groß Meckelsen, in Vierden am Standort des ehemaligen Schlosses, am Drei-Kreis-Stein in Bockhorst, im Thörenwald sowie am Erbbegräbnis in Burgsittensen.

Eine wichtige Neuerung sind die angebrachten QR-Codes. Sie führen Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger direkt auf die Internetseite des Heimatvereins, wo weiterführende Informationen auch zu den Standorten aller Schaukästen bereitstehen.

Der Heimatverein lädt ausdrücklich dazu ein, diese besonderen Orte neu zu entdecken. Die Schaukästen bieten spannende Einblicke in die Geschichte der Börde Sittensen und lohnen sich als Ziel oder Zwischenstopp auf jeder Wander- oder Radtour.

Wer unterwegs ist, sollte daher bewusst einen Blick auf die modern aufbereiteten Stationen werfen – es gibt viel zu entdecken.

 

Heide, Kaffee und ein bisschen Regen – perfekte Radtour nach Schneverdingen!

 

Einen erlebnisreichen Tag auf zwei Rädern verbrachten kürzlich die „Mittwochsradler“ des Heimatvereins der Börde Sittensen. Ziel der beliebten Ganztagstour war diesmal Schneverdingen in der Lüneburger Heide – und die Teilnehmer waren sich am Ende einig: Die Fahrt hatte sich in jeder Hinsicht gelohnt.


Bereits um 9.30 Uhr startete die Gruppe in Sittensen. Die Route führte überwiegend über ruhige Wirtschaftswege und durch die Feldmark. Vorbei an Orten wie Appel, Stemmen, Riepe, Vahlde und Fintel genossen die Radfahrer die abwechslungsreiche Landschaft und die angenehme Gemeinschaft unterwegs.

 

Pünktlich zur Mittagszeit wurde Schneverdingen erreicht. Nach der sportlichen Etappe stärkten sich die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Mittagessen in einem Restaurant ihrer Wahl. Anschließend blieb genügend Zeit, den reizvollen Heideort zu erkunden. Natürlich durfte auch ein Erinnerungsfoto mit der bronzenen Heidekönigin nicht fehlen.

 

Für die Rückfahrt hatte Organisator Michael Stein eine völlig andere Strecke ausgewählt, sodass es unterwegs immer wieder Neues zu entdecken gab. Ein besonderer Zwischenstopp wartete in Tostedt, wo die Radfahrer bei Kaffee und Kuchen neue Energie für die letzten Kilometer tankten.

 

Ganz ohne Wetterkapriolen verlief der Tag allerdings nicht: Auf dem Weg zurück nach Sittensen überraschte die Gruppe noch ein kräftiger Regenschauer. Doch davon ließ sich niemand die gute Laune verderben. Dank der Wettervorhersagen waren alle gut vorbereitet und nahmen die nasse Abkühlung mit Humor.

 

Am Ende überwog die Freude über eine rundum gelungene Tour. Besonders erfreulich: Die gesamte Strecke wurde ohne Unfall und ohne technische Panne bewältigt. Entsprechend groß war das Lob für Michael Stein, der die Ausfahrt wieder hervorragend geplant und organisiert hatte.

 

Die „Mittwochsradler“ treffen sich jeden Mittwoch um 14 Uhr am Haus der Vereine in Sittensen zu gemeinsamen Ausfahrten von zwei bis drei Stunden Dauer. Die regelmäßigen Touren und die zweimal jährlich stattfindenden Ganztagsfahrten erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Neue Mitfahrer sind immer herzlich willkommen.

 

Zwischen Geschichte, Natur und DDR-Eis

Heimatverein Sittensen erlebte abwechslungsreiche Elbkreuzfahrt

 

Eine Reise durch eindrucksvolle Landschaften und bewegte deutsche Geschichte unternahm der Heimatverein Sittensen am Sonntag, dem 31. Mai. Pünktlich um kurz vor acht Uhr starteten die Teilnehmer an der Ostetalschule KGS Sittensen zu einer Tagesfahrt entlang der Elbe nach Mecklenburg-Vorpommern. „Ich denke, es war ein rundum gelungener Ausflug, auch wenn wir wegen des Regens etwas umdisponieren mussten“, resümierte Organisator Jürgen Kiel.

Erstes Ziel war die Stadt Dannenberg im Wendland. Dort wurden die Ausflügler von zwei Gästeführern empfangen. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit frischen Brötchen und Kaffee am Bus stand eine Stadtführung auf dem Programm. Dabei erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Geschichte und Entwicklung der traditionsreichen Stadt, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen.

Von Dannenberg ging es weiter nach Dömitz an der Elbe. Dort wartete bereits das Fahrgastschiff „Elise“ auf die Gruppe. Während der Fahrt stromabwärts rückte eines der ungewöhnlichsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in den Mittelpunkt: die ehemalige Dorfrepublik Rüterberg.

Kapitän Andreas Heckert verstand es, die Geschichte des kleinen Elbdorfes lebendig werden zu lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Rüterberg unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Die rund 150 Einwohner lebten jahrzehntelang unter außergewöhnlichen Bedingungen. Das Dorf war vollständig von Grenzanlagen umschlossen. Wer Rüterberg verlassen wollte, musste Passkontrollen passieren. Nach 23 Uhr wurden die Tore geschlossen und niemand durfte den Ort mehr verlassen oder betreten. Die Bewohner fühlten sich zunehmend isoliert und erklärten ihr Dorf im Jahr 1989 symbolisch zur „Dorfrepublik Rüterberg“ – ein stiller Protest gegen die Einschränkungen des DDR-Grenzregimes. Erst mit der friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer endete diese besondere Situation.

Während die Elblandschaft gemächlich vorbeizog, genossen die Teilnehmer nicht nur die interessanten Erläuterungen des Kapitäns, sondern auch ein gemeinsames Mittagessen an Bord. So verband die Fahrt Naturerlebnis und Zeitgeschichte auf eindrucksvolle Weise.

Nach der Rückkehr nach Dömitz erwartete eine Gästeführerin die Gruppe zu einem Rundgang durch die historische Festungsstadt. Ein heftiger Regenschauer machte jedoch eine Besichtigung der Dömitzer Elbfestung unmöglich. Kurzerhand wurde das Programm angepasst und die Teilnehmer unternahmen stattdessen eine Busrundfahrt in die Umgebung. Ziel war die Binnendüne Klein Schmölen, die als größte Binnenwanderdüne Europas gilt. Auch während dieser Fahrt verstand es die Gästeführerin, mit ihren lebendigen Erläuterungen die Landschaft und ihre Besonderheiten näherzubringen, sodass der wetterbedingte Programmwechsel bei den Teilnehmern auf große Zustimmung stieß.

Zum Abschluss der Reise blieb noch Zeit für eine kleine kulinarische Zeitreise. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, originales DDR-Soft-Eis zu probieren. Die Spezialität unterscheidet sich bis heute von modernem Softeis durch ihre festere Konsistenz und den unverwechselbaren Geschmack, der bei einigen Erinnerungen an vergangene Zeiten weckte.

Mit zahlreichen Eindrücken aus der Geschichte des ehemaligen Grenzgebietes sowie vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen kehrte die Reisegruppe am Abend nach Sittensen zurück.

„Holländsche Kekse“ in Omas Dose 

Plattdeutscher Abend begeistert im Heimathaus

 

Zu einem ebenso unterhaltsamen wie stimmungsvollen Abend hatte der Heimatverein der Börde Sittensen am Freitag ins Heimathaus Sittensen eingeladen. Unter dem Motto „Jümmer na vörn kieken“ stand dort die plattdeutsche Sprache im Mittelpunkt – mit Geschichten, Musik und viel Humor.

Als besonderer Gast war der Alfstedter Autor, Lehrer und Plattdeutschbeauftragte des Landschaftsverband Stade, Hans-Hinrich Kahrs, nach Sittensen gekommen. Mit einem kleinen augenzwinkernden Sprachkurs führte er das Publikum zunächst in die wichtigsten plattdeutschen Alltagsbegriffe ein. Dabei wurde schnell klar, dass „Moin“ je nach Betonung viele Bedeutungen haben kann, „Süü“ ein Wort für fast jede Situation ist und „denn man too“ als Antwort auf beinahe alles passt. Schon hier wurde im Saal viel gelacht.

In seinen plattdeutschen Kurzgeschichten und Alltagsanekdoten nahm Kahrs das Publikum anschließend mit auf eine Reise durch Erinnerungen und Beobachtungen aus dem norddeutschen Alltag – mal heiter, mal nachdenklich, immer mit einem liebevollen Blick auf Menschen und ihre Eigenheiten. Besonders gut kam eine Geschichte über „holländische Keksen“ an, die in Omas Keksdose landeten und schließlich in einem fröhlich eskalierenden Kaffeekränzchen endeten. Der humorvolle Bericht sorgte für große Heiterkeit – und einige ältere Damen kündigten augenzwinkernd an, sich in den nächsten Tagen unbedingt das Rezept besorgen zu wollen.

Auch Geschichten aus den 1970er-Jahren ließen viele Zuhörer schmunzelnd in Erinnerungen schwelgen: etwa als die Haare der jungen Männer länger wurden und sich noch die ganze Familie mit einem Plastik-Kamm frisierte, während besonders „coole“ Halbstarke stolz einen Metallkamm in der Hosentasche trugen und sich vor jedem Spiegel demonstrativ die Haare „striegelten“. So mancher im Publikum erkannte sich darin lachend wieder.

Zwischen den Lesungen sorgten Markus Steinbach (Klavier/Gesang) und Heike Winter (Gitarre/Gesang) für die musikalische Begleitung des Abends. Mit ihren eigenen Arrangements präsentierten sie ein abwechslungsreiches Programm mit Liedern unter anderem von Ina Müller, den Puhdys und Knut Kiesewetter. Gesungen wurde überwiegend auf Plattdeutsch, doch auch Stücke auf Englisch, Französisch und Hochdeutsch gehörten zum Repertoire.

Die eingängigen Melodien und die ausdrucksstarken Stimmen der beiden Musiker kamen beim Publikum sehr gut an – bei einigen Liedern wurde sogar leise mitgesungen.

Das Zusammenspiel aus plattdeutscher Literatur, humorvollen Erinnerungen und stimmungsvoller Musik sorgte für viele Lacher, aber auch für nachdenkliche Momente. Immer wieder gab es spontanen Applaus und sogar Bravorufe aus dem Publikum. Am Ende des Abends ließ sich das Duo auch zu einer musikalischen Zugabe überreden – ein Wunsch, der aus den Reihen der Zuhörer lautstark geäußert wurde.

So wurde der plattdeutsche Abend im Heimathaus zu einem rundum gelungenen und sehr unterhaltsamen Ereignis – ganz im Sinne des Mottos: ein „kommodiger Avend“, der zum Zuhören, Schmunzeln und Erinnern einlud.